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In den "Zeltweger Nachrichten", den KPÖ-Informationen aus Zeltweg, schreibt die KPÖ zu einer Unternehmensberatungsfirma bei der VAE-Eisenbahnsysteme:
VAE-Eisenbahnsysteme
McKinsey soll Kosten senken

"Der VAE-Konzern auf gutem Kurs", so lautete vor kurzem der Titel eines Zeitungsberichtes über die Voest-Alpine Eisenbahnsysteme. Alle Erwartungen, die Spitzenwerte des Vorjahres wieder zu erreichen, wurden voll erfüllt. Das Geschäftsjahr 1999 sei überaus positiv verlaufen. Nicht nur der hohe Umsatz konnte gehalten werden, sondern auch das Ergebnis (Gewinn) wird sich entscheidend verbessern.

Senkung um 40 Prozent
Der Betrieb läuft also gut, Gewinne werden gemacht - und dennoch: Seit einigen Wochen sind Mitarbeiter der Beratungsfirma McKinsey im Werk. Mit Hilfe eines neuen Konzeptes, Top Projekt genannt, sollen die Kosten gesenkt und die Produktivität gesteigert werden. Ziel ist eine Senkung der beeinflussbaren Kosten um 40 Prozent.
"40 Prozent der beeinflussbaren Kosten", heißt es im Managerdeutsch. Was heißt das im Klartext? Das bedeutet unter anderem Reduzierung der Arbeitsplätze. In einer Aussendung der Firmenleitung an die Beschäftigten steht zu lesen. " ..... wird es auch zu einer Verminderung des Personalstandes kommen".

Ein kurzer Rückblick
Einst wurde die VA-Zeltweg die Perle der Voest-Alpine genannt. Bergtechnik und Weichenbau waren eine Einheit. An die 2800 Beschäftigte fanden Arbeit, es gab eine Lehrwerkstätte. Dann kam die Teilung von Bergtechnik und Weichenbau, später die Privatisierung. Heute arbeiten in der Bergtechnik nur mehr rund 500 Arbeiter und Angestellte, um die Zukunft des Werkes gibt es ein ständiges auf und ab. Im Weichenbau, heute VA-Eisenbahnsysteme genannt, arbeiten nur mehr rund 600 Beschäftigte. Die Lehrwerkstätte wurde geschlossen. In jener Halle, wo einst Lehrlinge ausgebildet wurden, hat sich nun das Bundesheer eingemietet.

Seit der Privatisierung gelten für Bergtechnik und Weichenbau die Gesetzte der freien Marktwirtschaft, des Kapitalismus. Und das bedeutet: Es ist nie genug. Selbst wenn ein Betrieb Gewinne schreibt, bedeutet dies keineswegs sichere Arbeitsplätze. Heute läuft unter dem Namen "Top-Projekt" ein Programm zur Kostensenkung. Langfristiges Ziel soll, laut Aussendung an die Mitarbeiter, die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und damit die Sicherung von Arbeitsplätzen sein. Aber, das einzige Ziel im Kapitalismus ist die Steigerung des Profits.

Die Spirale dreht sich weiter
Wer glaubt, dass nach Durchführung des Top-Projektes Sicherheit einkehren wird, der irrt. Das Top-Projekt ist nur eine weitere Drehung der Spirale. Danach kommen andere Rationalisierungsmaßnahmen und möglicherweise ein weiterer Abbau von Arbeitsplätzen. Oft hört man, die Manager sind schuld. Aber auch die Manager sind eingebunden in dieses System der Profitlogik. Sie führen letztendlich nur die Aufträge der Eigentümer durch, und die sind ganz einfach: Gewinnmaximierung.

Natürlich kann sich niemand Verbesserungen verschließen. Wenn Arbeitsabläufe besser, schneller und billiger ablaufen, ist das ein Vorteil. Nur, was haben die Beschäftigten von der Produktivitätssteigerung? Sichere Arbeitsplätze? - wohl eine Illusion.

Deshalb müßte die Gewerkschaft für die Beschäftigten Anteile an dieser Produktivitätssteigerung erkämpfen. Eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich gibt mehr Sicherheit für die Arbeitsplätze, als das Hoffen auf die Zukunft. Langsam müßte sich bei Arbeitern, Angestellten und der Gewerkschaft die Erkenntnis einstellen, dass es sichere Arbeitsplätze im Kapitalismus nicht gibt. Eine Antwort wäre, für Konzepte einer Wiederverstaatlichung eintreten.

 

 
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